Tilsiter ist ein vielseitiger Käse aus Kuhmilch, den du auf Brot, auf der Käseplatte und zum Überbacken verwenden kannst. Sein Geschmack reicht je nach Herstellung und Reifegrad von mild bis pikant. Eine feste Rangfolge zwischen Gouda, Münsterkäse und dieser Sorte wäre deshalb zu pauschal. Seinen Namen trägt er nach der Stadt Tilsit in Ostpreußen, die heute Sowetsk heißt und im russischen Gebiet Kaliningrad liegt.
In diesem Artikel erfährst du, woher Tilsiter stammt, wie er hergestellt wird, wie er schmeckt und wie du ihn von ähnlichen Sorten wie Gouda, Edamer und Appenzeller unterscheidest. Dazu gibt es Hinweise zur Verwendung in der Küche, zu passenden Beilagen und zur richtigen Lagerung.
Die wichtigsten Merkmale im Steckbrief
| Merkmal | Beschreibung |
|---|---|
| Herkunft | Historischer Bezug zu Tilsit; heute unter anderem in Deutschland und der Schweiz hergestellt |
| Milchart | Kuhmilch, je nach Hersteller pasteurisiert oder als Rohmilch |
| Käsegruppe | Deutsche Standardsorte: Schnittkäse; Schweizer Bezeichnung: Halbhartkäse |
| Rinde | Bei geschmierten Varianten gelblich bis rötlich-braun; auch rindenlose Produkte erhältlich |
| Teig | Elfenbeinfarben bis hellgelb und geschmeidig; Lochform abhängig vom Herstellungsstil |
| Fettgehalt | Unterschiedliche Fettstufen; konkrete Angabe auf dem Produkt prüfen |
| Reifung | einige Wochen bis mehrere Monate |
| Geschmack | würzig, leicht säuerlich, mit zunehmender Reife pikanter |
| Verwendung | Brotzeit, überbacken, in Gratins, auf der Käseplatte |
Was ist Tilsiter?
In Deutschland ist Tilsiter als Schnittkäse eingeordnet. Die Anlage 4 der Milchproduktqualitätsverordnung beschreibt die Standardsorte. In der Schweiz wird die dortige Variante als Halbhartkäse bezeichnet. Diese Begriffe aus unterschiedlichen Einteilungssystemen solltest du nicht ungeprüft mit der deutschen Gruppe „halbfester Schnittkäse“ gleichsetzen. Der Teig ist schnittfähig und geschmeidig; typischer Hartkäse ist meist fester. Eine Einordnung in die Gruppen findest du in Hartkäse, Schnittkäse oder Weichkäse sowie in unserem Überblick Käsearten.
Bei geschmierten Varianten wird die Oberfläche während der Reifung mit einer Kulturlösung gepflegt. Die beteiligten Mikroorganismen tragen zur Farbe und zum Aroma bei. Das Verfahren erklärt unser Beitrag über Rotkulturkäse. Nicht jedes angebotene Produkt besitzt jedoch eine sichtbare Naturrinde. Auch die Lochung ist nicht überall gleich: Neben unregelmäßigen, schlitzförmigen Öffnungen gibt es beim Schweizer Stil kleine runde Löcher. Mehr zu den unterschiedlichen Mechanismen liest du unter Löcher im Käse.
Herkunft und Geschichte
Die Geschichte des Tilsiters wird meist auf das 19. Jahrhundert zurückgeführt. In Ostpreußen wurden zu dieser Zeit Käse nach Schweizer Vorbild hergestellt, und rund um die Stadt Tilsit entwickelte sich daraus eine eigene Sorte, die nach ihr benannt wurde. Überliefert wird, dass Schweizer Käser bei dieser Entwicklung eine Rolle spielten. Genaue Jahreszahlen und Namen der Beteiligten werden je nach Quelle unterschiedlich angegeben, deshalb lohnt sich hier ein vorsichtiger Umgang mit allzu eindeutigen Angaben.
Heute wird die Sorte unter anderem in Deutschland und in der Schweiz hergestellt. Der allgemeine Name bezeichnet nicht automatisch eine einzige geschützte Herkunft. Wichtig ist aber eine konkrete Ausnahme: Holsteiner Tilsiter ist als geschützte geografische Angabe (g.g.A.) eingetragen. Das belegt die EU-Verordnung zur Eintragung des geschützten Namens. Eine g.g.A. ist nicht dasselbe wie eine g.U.; aus dem fehlenden g.U.-Zeichen lässt sich also nicht schließen, dass keinerlei Herkunftsschutz besteht. Wenn dich die Systematik hinter solchen Siegeln interessiert, hilft dir Herkunftsbezeichnungen bei Käse weiter. Einen Überblick über die Käseregionen findest du in Deutsche Käsesorten und Käse aus aller Welt.
Deutscher und Schweizer Stil: Wo liegen die Unterschiede?
Der gemeinsame Name bedeutet nicht, dass alle Produkte dieselbe Form, Lochung und Reifung besitzen. Der deutsche Stil ist häufig als länglicher Block erhältlich und kann eine unregelmäßige Schlitzlochung zeigen. Beim Schweizer Stil sind runde Laibe und kleinere runde Löcher typisch. Auch Formung, Pressen und Oberflächenpflege können unterschiedlich ausfallen.
Das Inventar des kulinarischen Erbes der Schweiz beschreibt diese Entwicklung und die Übernahme des Käses in die Schweiz gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Dabei wurde das Verfahren an die dortige Käsetradition angepasst. Eine schweizerische Produktionsbeschreibung darf deshalb nicht als unverändertes Rezept für jeden deutschen Betrieb gelesen werden.
Für deinen Einkauf ist die praktische Folge einfach: Vergleiche Herkunft, Milchbehandlung und Reifeangaben des konkreten Stücks. Die Bezeichnung allein verrät noch nicht, ob du eine milde Scheibenware oder einen deutlich gereiften Käse mit ausgeprägtem Rindenaroma erhältst.
Herstellung und Reifung
Die Herstellung folgt dem Prinzip, das für viele Schnittkäse gilt. Die Grundzüge findest du in Käseherstellung Schritt für Schritt. Für Tilsiter bedeutet das im Überblick:
- Milch vorbereiten: Die Kuhmilch wird je nach Hersteller pasteurisiert oder als Rohmilch verwendet und mit Milchsäurekulturen und Lab versetzt. Wer mehr zur Rohmilch wissen möchte, liest Was ist Rohmilchkäse.
- Dicklegen und Schneiden: Die Milch gerinnt zur sogenannten Dickete. Durch das Schneiden entsteht Käsebruch. Korngröße, weitere Bearbeitung und Molkeabgabe beeinflussen gemeinsam die spätere Konsistenz. Mehr dazu in Käsebruch.
- Formen und Molke abtrennen: Der Bruch wird in Formen gefüllt. Ob und wie gepresst wird, hängt vom Herstellungsstil ab. Die Schweizer Herstellung umfasst Pressschritte; eine pauschale Aussage, jeder Käse dieser Sorte werde nur leicht gepresst, wäre ungenau.
- Salzbad: Die Laibe kommen in eine Salzlake, die Geschmack, Rindenbildung und Haltbarkeit beeinflusst.
- Reifung: Bei oberflächengepflegten Varianten werden die Laibe regelmäßig gewendet und behandelt. Andere Produktformen können davon abweichen. Welche Prozesse dabei ablaufen, beschreibt Reifungsprozess von Käse.
Ein konkretes Beispiel liefert die Sortenorganisation Tilsiter Switzerland mit ihrer Beschreibung der Schweizer Herstellung. Sie erläutert unter anderem Kulturen, Dicklegung, Bruchbearbeitung, Pressen, Salzbad und Kellerpflege. Das ist eine Quelle zum Schweizer Verfahren, keine allgemeine Prozessvorschrift für sämtliche Varianten.
Mit zunehmender Reifung entwickelt sich häufig mehr Würze. Die Konsistenz hängt zusätzlich von Wassergehalt, Fettstufe und Herstellungsweise ab; „älter bedeutet immer fester“ ist daher keine zuverlässige Regel. Wenn dich die Rahmenbedingungen interessieren, findest du sie in Käse reifen lassen.
Aussehen, Geschmack und Aroma
Bei einem Stück mit gepflegter Naturrinde sind gelbliche bis rötlich-braune Töne möglich. Im Anschnitt siehst du einen hellen, geschmeidigen Teig; die Löcher können je nach Stil schlitzförmig oder eher rund ausfallen. Geschmacklich hilft diese grobe Orientierung:
- Mildere Varianten: zurückhaltend würzig, teilweise leicht säuerlich und geschmeidig.
- Weiter gereift: häufig ausgeprägtere Würze und bei geschmierten Produkten mehr Rindenaroma.
- Länger gereifte Varianten: oft pikant und kräftig; der Biss bleibt vom jeweiligen Produkt abhängig.
Eine feste Geschmacksskala zwischen Gouda und Limburger oder Romadur wäre irreführend: Eine kräftig gereifte Variante kann intensiver ausfallen als ein junges Stück einer vermeintlich stärkeren Sorte. Vergleiche deshalb Reifegrad und Herstellungsstil statt nur den Namen. Wie sich Käse mit zunehmendem Alter verändert, beschreibt Ein alter Käse schmeckt meist so.
Varianten und Fettstufen
Tilsiter wird in mehreren Varianten angeboten:
- Natur: die klassische Variante ohne Zusätze.
- Mit Kümmel: Kümmelsamen im Teig sorgen für eine würzige Note.
- Mit Pfeffer: Eine weitere Gewürzvariante. Bei anderen Zusätzen prüfst du die genaue Produktbezeichnung und Zutatenliste, statt sie automatisch als klassische Standardsorte einzuordnen.
- Unterschiedliche Fettstufen: Es gibt unterschiedliche Fettgehalte und auch Rahmvarianten. Eine einzelne Prozentzahl oder pauschale Spanne beschreibt nicht alle angebotenen Produkte zuverlässig. Was die Angabe bedeutet, erklärt Was bedeutet Fett i. Tr..
Bei Schweizer Produkten hilft zusätzlich die Farbkennzeichnung der jeweiligen Produktlinie: Rot steht für die Rohmilchvariante, Grün für die pasteurisierte und Gelb für die Rahmvariante. Die Sortenorganisation erklärt die Unterschiede der Schweizer Produktlinien. Diese Farblogik gilt nicht automatisch für jede deutsche Verpackung.
Auf der Verpackung findest du Angaben zur Fettstufe und gegebenenfalls zu Zusätzen sowie Hinweise zur Milchbehandlung. Bei Käse von der Theke lohnt sich die Nachfrage, ob er aus Rohmilch oder pasteurisierter Milch hergestellt wurde.
Fettangabe und Nährwerttabelle sind nicht dasselbe
Wenn auf einer Packung beispielsweise 45 Prozent Fett i. Tr. steht, bedeutet das nicht, dass 100 Gramm Käse 45 Gramm Fett enthalten. Für die tatsächliche Fettmenge liest du die Nährwertangabe pro 100 Gramm. Vergleiche daneben Eiweiß und Salz, wenn diese Angaben für deinen Einkauf wichtig sind. Nutze dafür konkrete Produkte statt einer vermeintlich allgemeingültigen Nährwerttabelle für die ganze Sorte.
Beim Vergleich solltest du außerdem dieselbe Menge zugrunde legen: Scheiben sind unterschiedlich dick, und ein großer Würfel wiegt mehr als ein kleiner. Die Angabe pro 100 Gramm erleichtert den Vergleich; für deine Portion rechnest du entsprechend um. Daraus folgt keine pauschale gesundheitliche Bewertung des Käses.
Tilsiter im Vergleich mit Gouda, Edamer und Appenzeller
Im Kühlregal liegen viele Schnittkäse nebeneinander, und nicht jeder erkennt sofort die Unterschiede. Die folgende Tabelle hilft bei der Einordnung.
| Merkmal | Tilsiter | Gouda | Edamer | Appenzeller |
|---|---|---|---|---|
| Herkunft | Historischer Bezug zu Ostpreußen; heute verschiedene Herstellungsländer | Niederlande | Niederlande | Schweiz |
| Rinde | Je nach Produkt geschmierte Naturrinde oder rindenlos | Naturrinde, Beschichtung oder rindenlose Ware möglich | Teilweise rotes Wachs; nicht jede Variante ist gewachst | mit Kräutersulz gepflegt |
| Löcher | Schlitzförmig oder klein und rund, je nach Stil | Wenige runde oder ovale Löcher möglich | Vereinzelte kleine runde oder ovale Löcher | Kleine Löcher möglich |
| Geschmack | würzig, leicht säuerlich | Jung mild; gereift kräftiger, teilweise karamellige Noten | mild bis leicht würzig | kräftig, würzig |
| Mehr dazu | in diesem Artikel | Gouda | Edamer | Appenzeller |
Ein Vergleich von Gouda und Edamer findet sich in Gouda vs. Edamer, einen Überblick über weitere Sorten in Gouda, Cheddar & Co.
Verwendung in der warmen und kalten Küche
Viele Varianten eignen sich für die warme Küche. Fettgehalt, Wasseranteil und Reifegrad beeinflussen jedoch, wie gleichmäßig ein Käse schmilzt; besonders fettreduzierte Produkte können anders reagieren. Warum manche Käse besser schmelzen als andere, erfährst du in Schmelzverhalten von Käse. Gut passt Tilsiter zu:
- Brotzeit und Abendbrot: in Scheiben, mit Gurke, Radieschen und Zwiebelringen.
- Überbackenen Gerichten: auf Toast, Aufläufen und Gratins. Welche Käse sich zum Kochen eignen, steht in Käse zum Kochen.
- Käsespätzle: als Teil einer Käsemischung. Mehr dazu in Käsespätzle: Welche Käsesorten besonders gut passen.
- Cordon bleu: als Füllung, wenn ein würziger Schnittkäse gewünscht ist. Mehr in Cordon bleu: Welcher Käse gehört hinein.
- Pizza und Aufläufen: siehe Käse auf Pizza und Welcher Käse gehört in die Lasagne.
Für Saucen und Suppen reibst du den Käse möglichst fein und arbeitest ihn portionsweise bei geringer Hitze ein. Starkes Weiterkochen kann die Konsistenz verschlechtern. Hinweise zu den Unterschieden zwischen den Schweizer Varianten bietet die Sortenorganisation zu den Kocheigenschaften. Deren Versuche sind keine eigenen Tests von KäseWissen.
Passende Beilagen
Tilsiter harmoniert mit herzhaften und frischen Begleitern:
- Roggen- und Bauernbrot, Brezeln. Hilfe bei der Auswahl: Welches Brot passt zu welchem Käse.
- Gewürzgurken, Zwiebeln, Radieschen, Senf. Mehr dazu in Chutney und Senf.
- Apfel, Birne und Trauben, wie in Käse mit Obst kombinieren beschrieben.
- Kartoffeln, ob gekocht, als Pellkartoffeln oder im Gratin.
Für eine Käseplatte kombinierst du ihn mit einem Weichkäse und einem Hartkäse. Eine Anleitung dazu liefert Käseplatte zusammenstellen.
Einkauf und Lagerung
Beim Einkauf achtest du auf eine saubere, gleichmäßig gefärbte Rinde und einen Teig ohne Risse oder ausgetrocknete Stellen. Ob Thekenware oder vorverpackter Käse aromatischer ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Reifegrad, Verpackung und bisherige Lagerung spielen mit hinein. Zuhause richtest du dich zuerst nach der angegebenen Lagertemperatur. Das Gemüsefach ist nicht automatisch für jedes Produkt und jeden Kühlschrank der beste Platz. Nach dem Öffnen schützt du die Schnittfläche vor Austrocknung und Verunreinigungen, etwa mit geeignetem Käsepapier und einem sauberen Behälter nach Herstellerhinweis. Die wichtigsten Regeln stehen in Käse richtig lagern, Behältnisse vergleicht Käseglocke oder Käsedose. Wie lange Käse haltbar ist und worauf du bei Schimmel achten solltest, steht in Wie lange ist Käse haltbar. Zum Servieren kannst du die benötigte Portion kurz temperieren lassen. Wie lange sinnvoll ist, hängt von Stückgröße und Raumtemperatur ab; den Vorrat lässt du gekühlt. Weitere Hinweise findest du unter siehe Käse richtig servieren.
Was kannst du statt Tilsiter nehmen?
Wenn du keinen Tilsiter findest, bieten sich je nach Rezept mehrere Alternativen an: ein mittelalter Gouda für ähnliche Schmelzeigenschaften, ein Edamer für eine mildere Variante oder ein Appenzeller für mehr Würze. In Gratins funktioniert auch eine Mischung aus Gouda und einem würzigen Bergkäse, mehr zur Herkunft steht in Allgäuer Bergkäse.
Eine abwechslungsreiche Käseplatte zusammenstellen
Auf einer gemischten Platte kann der Käse einen würzigen Akzent setzen. Ob er zwischen milden und kräftigen Sorten steht oder selbst den kräftigsten Platz einnimmt, hängt vom konkreten Stück ab. Die folgende Tabelle zeigt, was dazu passt.
| Beilage | Warum sie passt |
|---|---|
| Roggenbrot oder Brezel | Das herzhafte Brot greift die würzige Note des Käses auf. |
| Gewürzgurke und Zwiebel | Säure und Schärfe setzen einen frischen Kontrast. |
| Birne oder Apfel | Die Fruchtsüße gleicht die leichte Säure des Käses aus. |
| Senf | Ein klassischer Begleiter zur Brotzeit. |
| Walnüsse | Sie bringen eine nussige Note, die zur Rinde passt. |
| Wasser, ungesüßter Tee oder Apfelschorle | Wasser eignet sich zwischen den Proben; Tee und Schorle setzen je nach Sorte eigene Akzente. |
Weitere Anregungen zu Getränken findest du in Getränke zu Käse, und wie du eine Verkostung mit mehreren Sorten gestaltest, erklärt Käse richtig verkosten.
Drei einfache Rezeptideen
Die folgenden Vorschläge sind einfache Küchenideen und keine von uns dokumentierten Rezepttests. Backzeiten hängen von Gerät, Form und Schnittstärke ab. Prüfe das Ergebnis und passe die Zubereitung bei Bedarf an.
Überbackenes Käsebrot
Für zwei Personen brauchst du vier Scheiben kräftiges Bauernbrot, etwa 150 g Tilsiter in Scheiben, etwas Butter und nach Belieben Zwiebelringe oder Kümmel.
- Den Ofen auf Oberhitze oder Grill vorheizen.
- Das Brot dünn mit Butter bestreichen und auf ein Blech legen.
- Die Käsescheiben darauflegen, nach Wunsch mit Zwiebeln und Kümmel bestreuen.
- Einige Minuten überbacken, bis der Käse geschmolzen und leicht gebräunt ist.
Kartoffelgratin mit würziger Käsekruste
Für vier Personen: 800 g festkochende Kartoffeln, 200 ml Sahne, 100 ml Milch, 150 g geriebener Tilsiter, Salz, Pfeffer, Muskat und etwas Butter für die Form.
- Kartoffeln schälen und in dünne Scheiben hobeln.
- Sahne und Milch mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.
- Kartoffeln in die gebutterte Form schichten, mit der Sahnemischung übergießen.
- Bei etwa 180 °C Ober-/Unterhitze zunächst ohne Käse backen. Plane insgesamt ungefähr 45 bis 60 Minuten ein; je nach Schnittstärke und Form kann es länger dauern.
- Den geriebenen Käse erst gegen Ende darüberstreuen und goldgelb überbacken. Mit einem Messer prüfen, ob die Kartoffeln in der Mitte weich sind. Bräunt die Oberfläche zu früh, die Form locker abdecken.
Käse-Lauch-Suppe mit geriebenem Schnittkäse
Die Grundidee unserer Käse-Lauch-Suppe lässt sich mit einer geeigneten Variante ausprobieren. Der Käse bringt eine würzige Note mit. Reibe ihn fein, reduziere die Hitze und rühre ihn nach und nach in die heiße, nicht mehr sprudelnd kochende Suppe. Die Konsistenz unterscheidet sich von einer Zubereitung mit Schmelzkäse. Für eine andere Verwendung hilft die Grundlage unserer Käse-Sahne-Sauce.
Etikett lesen: Milch, Fettstufe und Reifegrad
Das Etikett verrät mehr über den Käse, als viele vermuten. Für Tilsiter sind diese Angaben besonders hilfreich:
- Milchart: Prüfe Hinweise wie „mit Rohmilch hergestellt“ und Angaben des Herstellers zur Wärmebehandlung. Eine fehlende Angabe „pasteurisiert“ beweist für sich allein keine Rohmilchherstellung.
- Fett i. Tr.: Die Angabe bezieht sich auf die Trockenmasse und nicht auf den Fettgehalt des Gesamtkäses. Eine genaue Erklärung findest du unter Was bedeutet Fett i. Tr.?.
- Zusätze: Kümmel, Pfeffer oder Paprika sind in der Zutatenliste aufgeführt.
- Reifedauer: Manche Hersteller geben sie an. Sie hilft beim Vergleich, ist aber nicht der einzige Einfluss auf die Würze.
- Herkunftsland: Tilsiter wird in Deutschland und der Schweiz hergestellt. Die Unterschiede in Stil und Reifung können spürbar sein.
Wenn du dir bei Fachbegriffen unsicher bist, hilft das Käse-Glossar A bis Z weiter. Und wer wissen möchte, warum guter Schnittkäse seinen Preis hat, liest Warum ist guter Käse so teuer.
Tilsiter aus Rohmilch oder pasteurisierter Milch
Beide Varianten gibt es im Handel. Beim Schweizer Sortiment wird die rote Rohmilchvariante üblicherweise kräftiger und die grüne pasteurisierte Variante milder angeboten. Daraus folgt aber nicht, dass jeder Rohmilchkäse grundsätzlich aromatischer oder jeder pasteurisierte Käse mild sein muss. Auch Kulturen, Rezeptur und Reifezeit beeinflussen das Ergebnis. Vergleiche möglichst ähnlich gereifte Produkte und beschreibe den Geschmack, statt aus der Milchbehandlung allein eine Qualitätsrangfolge abzuleiten. Für eine tiefergehende Einordnung bieten sich Rohmilchkäse oder pasteurisierter Käse und Was ist Rohmilchkäse? an.
Zu Hause ausprobieren: Eine kleine Verkostung
Möchtest du Tilsiter besser kennenlernen, kannst du ihn mit zwei ähnlichen Sorten vergleichen. Das geht mit wenig Aufwand:
- Kaufe je ein Stück Tilsiter, mittelalten Gouda und Appenzeller, jeweils etwa 100 g.
- Schneide kleine Probierportionen ab und lass sie bei Bedarf kurz temperieren. Bewahre den übrigen Käse weiter gekühlt auf.
- Probiere zuerst den mildesten, dann den kräftigsten Käse und neutralisiere zwischendurch mit Brot oder Wasser.
- Achte auf Geruch, Konsistenz, Säure, Würze und Nachgeschmack und notiere deine Eindrücke.
Eine ausführliche Anleitung findest du in Käseverkostung zu Hause organisieren.
Häufige Fragen zu Tilsiter
Ist Tilsiter ein Hartkäse?
Nein. Die deutsche Standardsorte gehört zum Schnittkäse. Für die Schweizer Variante ist die Bezeichnung Halbhartkäse üblich. Das ist keine automatische Zuordnung zur deutschen Gruppe „halbfester Schnittkäse“.
Wie schmeckt Tilsiter?
Je nach Variante mild bis pikant, teilweise leicht herb oder leicht säuerlich. Reifegrad, Kulturen und Rezeptur bestimmen gemeinsam den Geschmack.
Hat Tilsiter Löcher?
Typisch ist eine Lochung, deren Form vom Stil abhängt. Deutsche Varianten können schlitzförmige Öffnungen zeigen, Schweizer Varianten eher kleine runde Löcher.
Kann man Tilsiter überbacken?
Viele Varianten eignen sich für Gratins und überbackene Brote. Das Ergebnis hängt von Fett, Wasser und Reifegrad ab; fettreduzierte Produkte schmelzen nicht unbedingt genauso gleichmäßig.
Worin unterscheidet sich Tilsiter von Gouda?
Unterschiede liegen unter anderem in Herstellung, Oberflächenpflege und Lochung. Junger Gouda wirkt häufig milder, gereifter Gouda kann jedoch sehr kräftig sein. Auch Gouda kann runde oder ovale Löcher haben; „fast keine Löcher“ ist kein verlässliches Unterscheidungsmerkmal.
Fazit: Der vielseitige Schnittkäse mit Charakter
Tilsiter ist ein vielseitiger Käse mit historischem Bezug zu Tilsit und unterschiedlichen deutschen und Schweizer Ausprägungen. In der deutschen Einteilung gehört er zum Schnittkäse. Geschmack, Rinde, Lochung und Schmelzverhalten hängen vom konkreten Produkt ab. Er eignet sich gleichermaßen für die Brotzeit, überbackene Gerichte und die Käseplatte. Wer ihn mit Gouda, Edamer und Appenzeller vergleicht, erkennt schnell seine Eigenständigkeit. Weitere Sorten findest du in der Übersicht Käsesorten, und eine Einordnung in das Gesamtbild liefert Welche Käsesorten gibt es.