Warenkunde · Käsearten · Sortenporträt
Schnittkäse-Sorten gehören zu den vielseitigsten Käsesorten im Alltag. Sie schmecken auf Brot und Brötchen, passen auf eine Käseplatte und eignen sich je nach Sorte auch hervorragend zum Kochen und Überbacken. Besonders bekannt sind Gouda, Edamer und Tilsiter. Auch Butterkäse und Cheddar werden im Alltag häufig in einem ähnlichen Zusammenhang genannt.
Bei genauerem Hinsehen gibt es jedoch deutliche Unterschiede. Die Sorten unterscheiden sich nicht nur bei Geschmack und Konsistenz, sondern auch bei ihrer rechtlichen Einordnung. So gehört Cheddar nach der deutschen Käseklassifikation beispielsweise nicht zum Schnittkäse, sondern zum Hartkäse.
In diesem Ratgeber erfährst du, welche bekannten Käsesorten zur Gruppe der Schnittkäse gehören, wodurch sich Gouda, Edamer und Tilsiter unterscheiden und welcher Käse sich besonders für Brot, Käseplatten oder warme Gerichte eignet.
Was sind Schnittkäse-Sorten?
Der Begriff Schnittkäse beschreibt eine bestimmte Käsegruppe. In Deutschland wird Käse anhand festgelegter Kriterien verschiedenen Käsegruppen zugeordnet. Dazu gehören unter anderem Hartkäse, Schnittkäse, halbfester Schnittkäse, Weichkäse und Frischkäse. Wie sich diese Gruppen im Detail voneinander abgrenzen, erfährst du in unserem Grundsatzvergleich Hartkäse, Schnittkäse oder Weichkäse?.
Für die Einteilung spielt unter anderem der Wassergehalt in der fettfreien Käsemasse (wff-Wert) eine Rolle. Nach der deutschen Milchproduktqualitätsverordnung liegt der Wassergehalt bei Schnittkäse über 54 bis 63 Prozent. Hartkäse weist höchstens 56 Prozent auf, während halbfester Schnittkäse über 61 bis 69 Prozent Wasser in der fettfreien Käsemasse enthalten kann.
Die Wassergehaltsbereiche der Käsegruppen können sich teilweise überschneiden. Für die gesetzliche Einordnung von Standardsorten sind deshalb zusätzlich die jeweiligen Anforderungen der Milchproduktqualitätsverordnung relevant.
Zu den deutschen Käsestandardsorten der Gruppe Schnittkäse gehören Gouda, Edamer, Tilsiter und Wilstermarschkäse. Butterkäse gehört dagegen zum halbfesten Schnittkäse. Cheddar beziehungsweise Chester wird als Hartkäse geführt.
Die offiziellen Anforderungen und Einteilungen findest du in der Milchproduktqualitätsverordnung.
Beliebte Schnittkäse-Sorten: Gouda, Edamer und Tilsiter
Die Auswahl an Schnittkäse-Sorten ist groß. Gouda, Edamer und Tilsiter gehören zu den bekanntesten Vertretern. Trotzdem unterscheiden sie sich deutlich bei Aroma, Konsistenz und Verwendung.
| Sorte | Einordnung | Geschmack | Konsistenz | Typische Verwendung |
|---|---|---|---|---|
| Gouda | Schnittkäse | Mild bis leicht pikant | Fest und geschmeidig | Brot, Käseplatte, Überbacken |
| Edamer | Schnittkäse | Mild und rein | Geschmeidig | Brot, Snacks, warme Küche |
| Tilsiter | Schnittkäse | Leicht herb bis pikant | Geschmeidig | Brot, Käseplatte, warme Gerichte |
| Butterkäse | Halbfester Schnittkäse | Mild und leicht säuerlich | Halbfest und geschmeidig | Brot, Sandwiches, milde Käseplatten |
| Cheddar | Hartkäse | Schwach säuerlich bis leicht pikant | Fest und kompakt | Burger, Sandwiches, Gratins |
Gouda – der vielseitige Klassiker
Gouda gehört zu den bekanntesten Käsesorten überhaupt und ist in Deutschland offiziell der Gruppe der Schnittkäse zugeordnet. Die Sorte stammt ursprünglich aus den Niederlanden und ist heute in unterschiedlichen Reifestufen erhältlich.
Junger Gouda schmeckt typischerweise mild und ist besonders geschmeidig. Mit zunehmender Reife wird der Käse fester und entwickelt ein intensiveres und würzigeres Aroma. Alles über seine Geschichte, die Reifegrade vom jungen Gouda Jong bis zum mürben Oud Gouda erfährst du in unserem Gouda-Ratgeber.
Gerade diese große Bandbreite macht Gouda besonders vielseitig. Ein junger Gouda passt hervorragend zum Frühstück oder Abendbrot, während ein länger gereifter Gouda eine interessante Ergänzung für eine Käseplatte sein kann.
Wofür eignet sich Gouda?
- für Brot und Brötchen
- für Sandwiches
- zum Überbacken
- für Aufläufe
- für Käseplatten
- zum Kochen und Schmelzen
Auch für warme Gerichte ist Gouda beliebt. Durch seine elastische Textur schmilzt er cremig und homogen. Warum sich der Käse bei Hitze so geschmeidig verhält, erklären wir in unserem Grundlagenartikel über das Schmelzverhalten von Käse.
Edamer – mild und unkompliziert
Edamer stammt ursprünglich aus den Niederlanden und gehört ebenfalls zu den deutschen Standardsorten des Schnittkäses. Charakteristisch ist sein milder und eher zurückhaltender Geschmack.
Im Vergleich zu vielen kräftig gereiften Käsesorten wirkt Edamer unkompliziert. Dadurch eignet er sich gut für den täglichen Verzehr. Seine Konsistenz ist geschmeidig und angenehm schnittfest.
Edamer passt besonders gut zu Brot, Brötchen und Sandwiches. Er kann außerdem gewürfelt in Salaten verwendet oder für verschiedene warme Gerichte eingesetzt werden.
Edamer passt besonders gut zu:
- Brot und Brötchen
- Gemüse und Salaten
- Sandwiches
- kalten Snacks
- Aufläufen
- milden Käseplatten
Tilsiter – aromatisch und charaktervoll
Tilsiter unterscheidet sich geschmacklich deutlich von sehr milden Sorten wie jungem Gouda oder Edamer. Der Schnittkäse kann leicht herb, pikant und je nach Ausführung auch etwas säuerlich schmecken.
Auch die Konsistenz ist charakteristisch. Tilsiter besitzt einen geschmeidigen Teig und weist eine für die Sorte typische mechanische Bruchlochung auf. Durch die Reifung mit Rotschmierebakterien entwickelt Tilsiter ein ausgeprägteres Aroma. Wer einen Käse mit mehr Charakter sucht, kann deshalb zu Tilsiter greifen.
Butterkäse – besonders mild und geschmeidig
Butterkäse wird häufig gemeinsam mit Gouda, Edamer und anderen milden Käsesorten angeboten. Genau genommen gehört er in Deutschland jedoch nicht zum klassischen Schnittkäse, sondern zum halbfesten Schnittkäse.
Geschmacklich ist Butterkäse sehr mild und leicht säuerlich. Seine geschmeidige Konsistenz macht ihn besonders angenehm für Brot, Sandwiches und milde Käseplatten. Butterkäse ist deshalb eine gute Wahl für alle, die intensive oder lange gereifte Käsesorten nicht bevorzugen.
Cheddar – warum er streng genommen kein Schnittkäse ist
Cheddar wird im Alltag häufig gemeinsam mit Gouda, Edamer oder Tilsiter genannt. Bei einer genauen Einordnung gibt es jedoch einen wichtigen Unterschied: Cheddar gehört nach der deutschen Käseklassifikation zur Gruppe Hartkäse.
Die Milchproduktqualitätsverordnung führt Cheddar beziehungsweise Chester ausdrücklich als Standardsorte des Hartkäses auf. Gouda, Edamer und Tilsiter werden dagegen als Standardsorten des Schnittkäses geführt.
Cheddar stammt ursprünglich aus England und ist heute in unterschiedlichen Reifegraden erhältlich. Junge Varianten können relativ mild wirken. Mit zunehmender Reife wird das Aroma kräftiger und würziger.
In der Küche ist Cheddar besonders beliebt, weil er sich hervorragend zum Schmelzen eignet. Deshalb findet man ihn häufig auf Burgern, Sandwiches, Toasts und in verschiedenen Aufläufen.
Wie verändert die Reifezeit den Geschmack?
Die Reifezeit hat einen großen Einfluss auf Geschmack, Konsistenz und Aroma eines Käses. Während der Reifung bauen Enzyme Eiweiße und Fette ab. Dabei entstehen neue Aromastoffe und der Käse wird fester und geschmacksintensiver.
Bei Gouda lässt sich dieser Unterschied besonders gut erkennen. Junger Gouda ist mild und geschmeidig, während gereifter Gouda deutlich würziger und fester sein kann. Auch bei anderen Schnittkäse-Sorten kann die Reifung den Charakter verändern. Deshalb lohnt es sich beim Einkauf nicht nur auf den Namen der Sorte, sondern auch auf den Reifegrad zu achten.
Schnittkäse-Sorten für Brot, Käseplatte oder warme Küche
Bei der Auswahl verschiedener Schnittkäse-Sorten lohnt sich ein Blick auf Reifegrad, Konsistenz und Verwendungszweck.
| Verwendung | Besonders passende Sorten |
|---|---|
| Frühstück und Abendbrot | Gouda, Edamer, Butterkäse |
| Milde Käseplatte | junger Gouda, Edamer, Butterkäse |
| Aromatische Käseplatte | gereifter Gouda, Tilsiter |
| Sandwiches | Gouda, Edamer, Cheddar |
| Überbacken | Gouda, Cheddar |
| Burger | Cheddar, Gouda |
Wie lagert man Schnittkäse richtig?
Die richtige Lagerung trägt wesentlich dazu bei, dass Käse möglichst lange seine Qualität behält. Schnittkäse sollte kühl (ideal sind 6 bis 10 °C im Kühlschrank) und vor unnötiger Austrocknung geschützt aufbewahrt werden.
Angeschnittene Stücke sollten möglichst gut verpackt werden. Besonders geeignet ist atmungsaktives Käsepapier, das Schimmelbildung hemmt und gleichzeitig Feuchtigkeit bewahrt. Alle Details zu Temperaturzonen und Schimmelschutz findest du in unserem Ratgeber Käse richtig lagern: Haltbarkeit, Temperatur & Schimmel.
Vor dem Servieren lohnt es sich außerdem, Käse nicht direkt eiskalt zu verzehren. Bei Raumtemperatur entfalten sich die Aromastoffe spürbar besser. Mehr dazu findest du in unserem Artikel Käse richtig temperieren.
Käserinde: Kann man sie mitessen?
Ob eine Käserinde essbar ist, hängt von ihrer Art und Behandlung ab. Eine natürlich gereifte Rinde – wie etwa die Rotschmiererinde beim Tilsiter – kann grundsätzlich verzehrt werden. Künstliche Überzüge aus gelbem oder rotem Wachs, Paraffin oder Kunststoffbeschichtungen (Coatings), wie sie bei Edamer oder handelsüblichem Gouda üblich sind, müssen dagegen vor dem Essen großzügig weggeschnitten werden.
Das Bundeszentrum für Ernährung weist zudem darauf hin, dass Schwangere und geschwächte Personen Käserinden grundsätzlich meiden sollten. Eine genaue Unterscheidungshilfe findest du in unserem Ratgeber Käserinde essen: Was ist genießbar und was tabu?.
Sind Schnittkäse-Sorten laktosearm?
Viele gereifte Käsesorten enthalten aufgrund der Milchsäuregärung während der Reifung nur noch sehr geringe Mengen Laktose. Dazu gehören auch viele Schnittkäse wie Gouda und Edamer.
Bereits ab einer Reifezeit von wenigen Monaten sinkt der Milchzuckergehalt bei Schnittkäse meist unter die Nachweisgrenze von 0,1 Gramm pro 100 Gramm, weshalb er von Natur aus als laktosefrei gilt. Ausführliche Übersichten und Sortenlisten findest du in unserem Artikel Laktosefreier Käse: Welche Sorten sind von Natur aus laktosearm?.
Welche Schnittkäse-Sorte ist die richtige?
- Besonders mild: Edamer oder Butterkäse
- Vielseitiger Klassiker: Gouda
- Aromatischer: Tilsiter
- Kräftiger und gereift: gereifter Gouda oder Cheddar
- Zum Überbacken: Gouda oder Cheddar
- Für eine milde Käseplatte: junger Gouda, Edamer und Butterkäse
- Für eine kräftigere Käseplatte: gereifter Gouda und Tilsiter
FAQ: Häufige Fragen zu Schnittkäse-Sorten
Welche Käsesorten gehören zum Schnittkäse?
Zu den deutschen Käsestandardsorten der Gruppe Schnittkäse gehören Gouda, Edamer, Tilsiter und Wilstermarschkäse.
Ist Cheddar ein Schnittkäse?
Nein. Nach der deutschen Käseklassifikation gehört Cheddar beziehungsweise Chester zur Gruppe Hartkäse. Gouda, Edamer und Tilsiter gehören dagegen zum Schnittkäse.
Welcher Schnittkäse ist besonders mild?
Junger Gouda und Edamer sind vergleichsweise mild. Butterkäse ist ebenfalls sehr mild, gehört rechtlich jedoch zum halbfesten Schnittkäse.
Welcher Käse eignet sich zum Überbacken?
Gouda und Cheddar sind beliebte Sorten zum Überbacken. Gouda eignet sich besonders vielseitig, während Cheddar einen deutlich kräftigeren Geschmack beiträgt.
Sind Schnittkäse-Sorten laktosefrei?
Viele gereifte Schnittkäse enthalten nur noch sehr geringe Spuren von Laktose (unter 0,1 g / 100 g). Reife Sorten wie Gouda oder Tilsiter gelten daher von Natur aus als laktosefrei und sind gut verträglich.
Wie lange hält Schnittkäse im Kühlschrank?
Am Stück hält sich Schnittkäse im Käsepapier etwa 2 bis 3 Wochen. Bereits geschnittene Scheiben sollten gut verpackt innerhalb von 5 bis 7 Tagen verbraucht werden.
Fazit: Schnittkäse-Sorten sind vielseitige Alltagskäse
Schnittkäse-Sorten bieten eine große geschmackliche Vielfalt. Gouda überzeugt durch seine unterschiedlichen Reifestufen und seine vielseitige Verwendung. Edamer ist mild und unkompliziert, während Tilsiter einen deutlich aromatischeren Charakter besitzt.
Butterkäse ist besonders mild und geschmeidig, gehört rechtlich aber zum halbfesten Schnittkäse. Cheddar nimmt ebenfalls eine Sonderstellung ein: Obwohl er häufig gemeinsam mit Schnittkäsen verwendet wird, wird er nach der deutschen Klassifikation als Hartkäse geführt.
Ob zum Frühstück, auf einer Käseplatte oder zum Überbacken: Mit der richtigen Auswahl findet sich für nahezu jeden Anlass die passende Sorte.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information. Er ersetzt keine individuelle medizinische, ernährungswissenschaftliche oder rechtliche Beratung. Angaben zu Verträglichkeit, Lebensmittelsicherheit und Lagerung sollten im Einzelfall anhand der Produktkennzeichnung und aktueller Empfehlungen offizieller Stellen geprüft werden.